Szenische Lesung »Aus den Akten auf die Bühne«
Kooperation bsc, Verein »Aus Akten auf die Bühne«, Universität Bremen.
Wie ist es möglich, dass so viele NS-Täter nach 1945 ungestraft „mitlaufen“ konnten, erfolgreich wurden und es zu großer gesellschaftlicher Anerkennung brachten?
Das Leben des Bremers Kurt A. Becher (1909-1995) steht exemplarisch für eine solche Biografie. Der Getreidegroßhandel machte ihn zu einem der reichsten Männer in Westdeutschland und verschaffte ihm wichtige Posten in der Bremer Wirtschaft. Am 11. Februar 1948 hatte ihn die Nürnberger Spruchkammer in die Gruppe V „Entlastete“ eingestuft. Im Januar 1961 berichtete der Weser-Kurier unter dem Titel „Geschäfte mit Menschenleben?“ über eine Verhandlung gegen Becher in Frankfurt a. M. und seine Rolle im Eichmann-Prozess. Erst als Becher im Juni 1961 vor dem Amtsgericht Bremen als Zeuge im Eichmann-Prozess aussagen musste, wurde auch in Bremen öffentlich über seine NS-Vergangenheit diskutiert. 1982 löste die Veröffentlichung der Bremer Journalistin Karla Müller-Tupath über seine Verbrechen heftige Reaktionen aus. Nach fünf Monaten, im Oktober 1982, stellte die Staatsanwaltschaft Bremen das Ermittlungsverfahren gegen ihn „aus Mangel an Beweisen“ ein – ohne Becher vernommen zu haben.
Die szenische Lesung bringt dem Publikum historische Akten eindrücklich näher und sucht nach Erklärungsansätze für die brisanten Fragen nach Versagen und Versäumnissen von Staat und Öffentlichkeit.
Konzeption: Dr. Eva Schöck-Quinteros.
Einrichtung Text/Szene: Peter Lüchinger.
Mit: Ensemblemitgliedern.
Copyright Text & Bild: Shakespeare Company
Szenische Lesung »Aus den Akten auf die Bühne«
Kooperation bsc, Verein »Aus Akten auf die Bühne«, Universität Bremen.
Wie ist es möglich, dass so viele NS-Täter nach 1945 ungestraft „mitlaufen“ konnten, erfolgreich wurden und es zu großer gesellschaftlicher Anerkennung brachten?
Das Leben des Bremers Kurt A. Becher (1909-1995) steht exemplarisch für eine solche Biografie. Der Getreidegroßhandel machte ihn zu einem der reichsten Männer in Westdeutschland und verschaffte ihm wichtige Posten in der Bremer Wirtschaft. Am 11. Februar 1948 hatte ihn die Nürnberger Spruchkammer in die Gruppe V „Entlastete“ eingestuft. Im Januar 1961 berichtete der Weser-Kurier unter dem Titel „Geschäfte mit Menschenleben?“ über eine Verhandlung gegen Becher in Frankfurt a. M. und seine Rolle im Eichmann-Prozess. Erst als Becher im Juni 1961 vor dem Amtsgericht Bremen als Zeuge im Eichmann-Prozess aussagen musste, wurde auch in Bremen öffentlich über seine NS-Vergangenheit diskutiert. 1982 löste die Veröffentlichung der Bremer Journalistin Karla Müller-Tupath über seine Verbrechen heftige Reaktionen aus. Nach fünf Monaten, im Oktober 1982, stellte die Staatsanwaltschaft Bremen das Ermittlungsverfahren gegen ihn „aus Mangel an Beweisen“ ein – ohne Becher vernommen zu haben.
Die szenische Lesung bringt dem Publikum historische Akten eindrücklich näher und sucht nach Erklärungsansätze für die brisanten Fragen nach Versagen und Versäumnissen von Staat und Öffentlichkeit.
Konzeption: Dr. Eva Schöck-Quinteros.
Einrichtung Text/Szene: Peter Lüchinger.
Mit: Ensemblemitgliedern.
Copyright Text & Bild: Shakespeare Company
Details
Veranstaltungsort
Bremen, 28199 Google Karte anzeigen
Veranstalter
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