Satirisches Schauspiel ohne Worte. Anschließend Publikumsgespräch.
Sind wir eigentlich noch zu retten? Und ist unsere Welt noch zu retten? Warum können wir nicht aufhören, „an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen“? Aus dieser Fragestellung hat unser Schauspiel- und Regiekollege Erkan Uyaniksoy vom Istanbuler Tiyatro BeReZe ein kleines Lehrstück entwickelt. Aber weil Erkan Uyaniksoy auch ein großartiger Komödiant ist, ist daraus eine satirische Clowneske geworden. Wortwörtlich ohne Worte, aber überraschend klar in der Aussage – selten wurde eine Apokalypse mit so unterhaltsamen Mitteln vorgeführt!
Es ist eine postapokalyptische Welt, in der zwei clowneske Gestalten auf der Suche nach einem Baum herumirren. Sie sind hungrig, durstig und müde, doch endlich finden sie, wonach sie verzweifelt gesucht haben: den Wunderbaum, der Kreide trägt. Dinge, die man dieser Kreide auf eine schwarze Tafel zeichnet, werden augenblicklich Wirklichkeit. Mit den ersten Dingen stillen sie ihre grundlegenden Bedürfnisse: Brot zum Essen und Wasser zum Trinken. Doch ihre Begehrlichkeiten steigern sich bis zum Überfluss und Neid und Eifersucht zwischen ihnen wachsen. Selbst Waffen und noch mehr Waffen lassen sie entstehen, derweil die Kreide immer weniger und weniger wird… Eine Katastrophe scheint unausweichlich.
Erkan Uyaniksoy ist ein Meister einer sehr körperlich-komödiantischen Spielweise. Als Schauspieler ist er in den bsc-Inszenierungen „Coriolanus” und „Komödie der Irrungen“ einer der zentralen Akteuren.
Erkan Uyaniksoy über sein Stück „Game of Clowns“ (Originaltitel: „Chalk Tree“):
Game of Clowns beginnt mit zwei Figuren, die knapp einer Katastrophe entkommen sind. Sie sind hungrig, durstig und erschöpft und auf der verzweifelten Suche nach dem Kreidebaum. Der Kreidebaum trägt wunderliche Früchte: sie sind aus Kreide, und alles, was man mit dieser Kreide auf eine Tafel zeichnet, wird augenblicklich Wirklichkeit! Zunächst nutzen die beiden die Kreide für ihre Grundbedürfnisse, doch schon bald kommt es zu Verschwendung, überflüssigem Konsum und Eifersucht. Als die Kreide zur Neige geht, wächst die Spannung zwischen den beiden drastisch, und sie setzen die Kreide zu noch ganz anderen Zwecken ein…
Game of Clowns ist im Wesentlichen eine warnende Geschichte. Es ist eine moralische Geschichte über zwei Narren, die ihre Ressourcen gedankenlos verschwenden. Kreide, die das, was man damit malt, wahr werden lässt, ist ohne Zweifel ein großes Geschenk, doch kein Geschenk ist unendlich. Vor allem, um uns eben daran zu erinnern, wurde dieses Stück geschrieben.
Unsere Welt ist viereinhalb Milliarden Jahre alt; mit dem unglaublichen Wissen und Erfahrung, die sich in ihr angesammelt haben, hält sie unzählige Geschenke für uns bereit. Aber sind wir uns dieser Geschenke heute noch bewusst? Und was machen wir mit ihnen – wie verwenden wir sie? Hoffentlich sind wir nicht so töricht wie die beiden Figuren in unserem Stück. Vielleicht können wir, indem wir ein wenig aus ihrer Verantwortungslosigkeit lernen, überlegter handeln, wenn wir entscheiden, was wir auf die Tafel „zeichnen”.
In Game of Clowns vereinfachen wir unsere Bühne und Sprache so weit wie möglich, um eine Welt zu schaffen, die durch die Vorstellungskraft des Publikums vervollständigt wird. Innerhalb dieser Einfachheit fehlt auf dieser – fast – leeren Bühne nichts – alles ist möglich. Indem wir die Möglichkeiten einer leeren Bühne und die Kunst der Pantomime nutzen, laden wir Zuschauer aller Sprachen und Kulturen ein, sich auf eine Reise zu begeben, wohin auch immer unsere Fantasie uns führt.
Copyright Text & Bild: Shakespeare Company
Satirisches Schauspiel ohne Worte. Anschließend Publikumsgespräch.
Sind wir eigentlich noch zu retten? Und ist unsere Welt noch zu retten? Warum können wir nicht aufhören, „an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen“? Aus dieser Fragestellung hat unser Schauspiel- und Regiekollege Erkan Uyaniksoy vom Istanbuler Tiyatro BeReZe ein kleines Lehrstück entwickelt. Aber weil Erkan Uyaniksoy auch ein großartiger Komödiant ist, ist daraus eine satirische Clowneske geworden. Wortwörtlich ohne Worte, aber überraschend klar in der Aussage – selten wurde eine Apokalypse mit so unterhaltsamen Mitteln vorgeführt!
Es ist eine postapokalyptische Welt, in der zwei clowneske Gestalten auf der Suche nach einem Baum herumirren. Sie sind hungrig, durstig und müde, doch endlich finden sie, wonach sie verzweifelt gesucht haben: den Wunderbaum, der Kreide trägt. Dinge, die man dieser Kreide auf eine schwarze Tafel zeichnet, werden augenblicklich Wirklichkeit. Mit den ersten Dingen stillen sie ihre grundlegenden Bedürfnisse: Brot zum Essen und Wasser zum Trinken. Doch ihre Begehrlichkeiten steigern sich bis zum Überfluss und Neid und Eifersucht zwischen ihnen wachsen. Selbst Waffen und noch mehr Waffen lassen sie entstehen, derweil die Kreide immer weniger und weniger wird… Eine Katastrophe scheint unausweichlich.
Erkan Uyaniksoy ist ein Meister einer sehr körperlich-komödiantischen Spielweise. Als Schauspieler ist er in den bsc-Inszenierungen „Coriolanus” und „Komödie der Irrungen“ einer der zentralen Akteuren.
Erkan Uyaniksoy über sein Stück „Game of Clowns“ (Originaltitel: „Chalk Tree“):
Game of Clowns beginnt mit zwei Figuren, die knapp einer Katastrophe entkommen sind. Sie sind hungrig, durstig und erschöpft und auf der verzweifelten Suche nach dem Kreidebaum. Der Kreidebaum trägt wunderliche Früchte: sie sind aus Kreide, und alles, was man mit dieser Kreide auf eine Tafel zeichnet, wird augenblicklich Wirklichkeit! Zunächst nutzen die beiden die Kreide für ihre Grundbedürfnisse, doch schon bald kommt es zu Verschwendung, überflüssigem Konsum und Eifersucht. Als die Kreide zur Neige geht, wächst die Spannung zwischen den beiden drastisch, und sie setzen die Kreide zu noch ganz anderen Zwecken ein…
Game of Clowns ist im Wesentlichen eine warnende Geschichte. Es ist eine moralische Geschichte über zwei Narren, die ihre Ressourcen gedankenlos verschwenden. Kreide, die das, was man damit malt, wahr werden lässt, ist ohne Zweifel ein großes Geschenk, doch kein Geschenk ist unendlich. Vor allem, um uns eben daran zu erinnern, wurde dieses Stück geschrieben.
Unsere Welt ist viereinhalb Milliarden Jahre alt; mit dem unglaublichen Wissen und Erfahrung, die sich in ihr angesammelt haben, hält sie unzählige Geschenke für uns bereit. Aber sind wir uns dieser Geschenke heute noch bewusst? Und was machen wir mit ihnen – wie verwenden wir sie? Hoffentlich sind wir nicht so töricht wie die beiden Figuren in unserem Stück. Vielleicht können wir, indem wir ein wenig aus ihrer Verantwortungslosigkeit lernen, überlegter handeln, wenn wir entscheiden, was wir auf die Tafel „zeichnen”.
In Game of Clowns vereinfachen wir unsere Bühne und Sprache so weit wie möglich, um eine Welt zu schaffen, die durch die Vorstellungskraft des Publikums vervollständigt wird. Innerhalb dieser Einfachheit fehlt auf dieser – fast – leeren Bühne nichts – alles ist möglich. Indem wir die Möglichkeiten einer leeren Bühne und die Kunst der Pantomime nutzen, laden wir Zuschauer aller Sprachen und Kulturen ein, sich auf eine Reise zu begeben, wohin auch immer unsere Fantasie uns führt.
Copyright Text & Bild: Shakespeare Company
Details
Veranstaltungsort
Bremen, 28199 Google Karte anzeigen
Veranstalter
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