Enigma – who is who // 3. 5nachsechs Afterwork – Konzert
Werke von
- Edward Elgar (1857–1934)
- Enigma-Variationen (1899)
Besetzung
- Finnegan Downie Dear
Dirigat und Moderation
1879 – 1899 – 1919: Drei Kompositionen aus drei Epochen, exakt 20 Jahre voneinander entfernt. Doch nicht nur das verbindet sie. Alle sind eng mit ganz bestimmten Personen verknüpft. Maurice Ravel setzt mit Le Tombeau de Couperin einem der größten Komponisten des französischen Barocks ein musikalisches Denkmal – François Couperin. Edward Elgar portraitiert in seinen Enigma-Variationen Freunde und Wegbegleiter. Wer sich aber hinter den musikalischen Charakterstudien verbirgt, darum machte er lange ein Rätsel. Das ist längst gelüftet, der Zauber aber bleibt. Und Brahms’ einziges Violinkonzert wäre ohne Joseph Joachim undenkbar. Der Star-Geiger beriet Brahms nicht nur, er rang mit ihm um jede Note. Das Ergebnis: eines der populärsten Werke der Violinliteratur. Am Pult steht mit Finnegan Downie Dear eines der verheißungsvollsten Dirigiertalente der internationalen Szene, und den Namen der Geigerin Hana Chang sollte man sich ebenfalls merken. Da spielt die Zukunftsmusik. Und sie klingt spektakulär.
Akinetón Retard:
Aus den Untergrundkreisen der Kunstschule der Universidad de Chile hervorgegangen, war Akinetón Retard schon immer ein Konzept für sich: das intensivste und wirkungsvollste Projekt einer Gemeinschaft experimenteller Musiker, „Latino-Jazz-Underground”, „orchestraler Jazzrock”, „urbaner Strong Jazz” oder „Frank Zappa versus Godzilla-Stil, aber jazziger und cooler” bezeichnet.
Jazz trifft auf Rock, Latin auf Noise und Struktur auf völlige Freiheit , mal eine atmosphärisch dichte Hommage an den äthiopischen Jazz der 1970er – mit treibenden Grooves, schrägen Harmonien und einem Sound, der gleichsam traditionell und radikal modern ist, Zappas musikalische Eruptionen auf erbarmungsloser Polyrhytmik. Kompromisslos, überraschend und lebendig – eine Band, die nichts erklärt, aber alles sagt.
LBY – La Banda Yolanda:
In ihrer aktuellen Trio Besetzung beschwören LBY die Klänge Lateinamerikas, ein vielfältiges Repertoire, das traditionelle Melodien mit neuen musikalischen Strömungen kreuzt. La Banda Yolanda sind kein unbeschriebenes Blatt, haben in größeren Formationen viele Konzerte gespielt und sind ein unlösbares Bild der bunten Bremer Musiklandschaft.
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Der Veranstaltungsort ist nicht völlig barrierefrei.
Selin Sümbültepe steht für Musik, die Brücken baut – zwischen Kulturen, Zeiten und Herzen. In ihrer Heimat Hatay, einer Region voller Geschichte und Vielfalt, lernte sie, wie wichtig es ist, unterschiedliche Welten zusammen zu führen. Genau das macht sie in ihrer Musik zum Prinzip:
Traditionelle anatolisch-orientalische Klänge verschmelzen mit modernen Pop- und Folk-Elementen zu einem Sound, der uralt und gleichzeitig brandaktuell klingt.
Ihre 2024 veröffentlichte EP “Hemhal” – was so viel heißt wie “vereinen” – ist mehr als eine lose Songsammlung. Es ist eine musikalische Umarmung, eine Botschaft von Heilung, Zusammenhalt und Hoffnung, gerade nach den schweren Zeiten für ihre Heimatregion. Hatay wurde 2023 von einem schweren Erdbeben getroffen. In den Songs spürt man das Ringen um Gemeinschaft und die Kraft, aus Ruinen Neues schaffen zu wollen.
Die 1986 geborene Musikerin ist mit ihrem Fusion-Folk-Pop schon auf vielen türkischen Musik- Festivals zu Gast gewesen. Nun will sie auch verstärkt in Europa auftreten. Musikalisch wie menschlich ein großer Gewinn für jeden, der diese sanft-fordernde Musikerin erleben darf.
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Seit über 50 Jahren erobert Abi Wallenstein mit schelmisch jungenhaften Lachen und warmherziger Ausstrahlung die Herzen der Bluesfans. Als Vaterfigur der Hamburger Blues-Szene schon zu kulthaft anmutender Berühmtheit gelangt, zählt er zu den herausragenden europäischen Bluesgrößen. Sein einmaliger Fingerpickingstil ist eine faszinierende Mischung aus Delta Blues und Rockelementen: Druckvoll, rhythmisch und voller Spielfreude. Aber es ist zuallererst Wallensteins Stimme, die begeistert. Sie klingt heiser und rauchig, zaubert dennoch in ihre schwingenden Töne so viel Herz und Seele, dass sie jeden technisch noch so perfekten Gesang vergessen lässt.
An Abis Seite steht der britische Mundharmonika-Meister Steve Baker. Die Fans lieben seinen innovativen melodischen Stil, der Elemente aus der Blues-Tradition mit Country, Folk, Funk Soul und Jazz verbindet. Er spielt sowohl lyrisch und ruhig, als auch rockig und bissig und erzeugt dabei eine kreative Spannung, die fasziniert. Auch Rhythmusgeber Martin Röttger trägt mit seinen mal explosiv-kraftvollen, dann wieder elastisch-weichen Beats wesentlich zur Musik bei. Wie kein anderer versteht er es, Wallensteins eigenwillige Grooves perfekt aufzufangen und meisterlich zu unterstützen.
Das leichtfüßige Zusammenspiel der drei Musiker ist einzigartig und führt immer wieder zu grandiosen Momenten, die sich aus dem Improvisationsfluss spontan ergeben. Statt steriler Perfektion setzen die drei auf pure, vertonte Emotion.
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